Review: Sigma 50mm f2 DG DN – Ein vielseitiges Objektiv für jeden Anlass
Das Sigma 50mm f2 DG DN ist mehr als ein weiteres Contemporary-Objektiv. Es bietet technische Exzellenz und kreative Freiheit für Fotografen. Das Objektiv eignet sich für Porträts, Landschaften und Streetfotografie gleichermaßen.

Technische Daten des Sigma 50mm f2 DG DN im Detail
Die Konstruktion des Objektivs basiert auf modernster Optiktechnologie. Sigma hat hier die Erfahrungen aus der Art-Serie in die Contemporary-Linie einfließen lassen.
Die wichtigsten Spezifikationen:
- Brennweite: 50mm (Normalbrennweite)
- Maximale Blende: f/2
- Minimale Blende: f/22
- Naheinstellgrenze: 45cm
- Maximaler Abbildungsmaßstab: 1:6.7
- Optischer Aufbau: 10 Elemente in 9 Gruppen
- Blendenlamellen: 11 (abgerundet)
- Filterdurchmesser: 55mm
- Abmessungen: 70mm x 72.4mm (L-Mount)
- Gewicht: 335g
- Mount: L-Mount (getestet), auch für E-Mount verfügbar
Die 50mm Brennweite entspricht dem natürlichen Sichtfeld des menschlichen Auges. Diese Normalbrennweite macht das Objektiv universell einsetzbar. Die f/2-Blende bietet einen guten Kompromiss zwischen Lichtstärke und Kompaktheit.
Die Naheinstellgrenze von 45cm ermöglicht Detailaufnahmen ohne zusätzliches Makro-Zubehör. Der optische Aufbau mit 10 Elementen in 9 Gruppen nutzt moderne Glassorten. Sigma setzt hier auf SLD-Glas (Special Low Dispersion) zur Minimierung chromatischer Aberrationen.
Der 55mm Filterdurchmesser hält die Kosten für Zubehör niedrig. Polfilter und ND-Filter in dieser Größe sind weit verbreitet und günstig erhältlich.
Lieferumfang und erste Eindrücke
Im Karton befinden sich:
- Das Objektiv selbst
- Eine hochwertige Metall-Sonnenblende (LH576-02)
- Front- und Rückdeckel
- Objektivbeutel
- Garantiekarte und Anleitungen
Die Metall-Sonnenblende verdient besondere Erwähnung. Während viele Hersteller bei günstigeren Objektiven auf Kunststoff setzen, liefert Sigma hier eine massive Metallblende mit. Sie sitzt fest, klappert nicht und schützt die Frontlinse effektiv.
Verarbeitung und Haptik im Detail
Das Gehäuse besteht aus hochwertigen Materialien. Die Basis bildet der für Sigma typische TSC-Kunststoff (Thermally Stable Composite). Dieser fühlt sich wertig an und zeigt auch nach intensiver Nutzung keine Abnutzungserscheinungen.
Der Fokusring läuft butterweich. Er bietet genau den richtigen Widerstand für präzise manuelle Fokussierung. Die Gummierung greift sich angenehm und bietet auch mit feuchten Händen sicheren Halt.
Das Bajonett besteht aus Metall und macht einen robusten Eindruck. Die Dichtungen schützen vor Staub und Spritzwasser. Das Objektiv ist nicht vollständig abgedichtet, hält aber leichtem Regen problemlos stand.
Vergleich mit dem Sigma 50mm f1.4 Art
Das f2 ist der kleine Bruder des renommierten 50mm Art f1.4. Viele fragen sich: Lohnt der Aufpreis für die größere Blende?
Unterschiede in der Praxis:
- Lichtstärke: Eine Blendenstufe Unterschied (f1.4 vs f2.0)
- Gewicht: 335g (f2) vs 815g (f1.4) – das f2 wiegt weniger als die Hälfte
- Größe: Das f1.4 ist deutlich wuchtiger
- Preis: Das f2 kostet etwa die Hälfte
- Bildqualität: Minimal bessere Schärfe beim f1.4 bei Offenblende
Die optische Leistung unterscheidet sich überraschend wenig. Beide Objektive liefern exzellente Ergebnisse. Das f1.4 zeigt marginale Vorteile bei extremen Lichtsituationen und minimalem Schärfevorteil bei Offenblende.
Sigma UK hat beide Objektive in einem ausführlichen Test verglichen. Die Unterschiede fallen geringer aus als der Preisunterschied vermuten lässt.
Schärfeleistung
Das Sigma 50mm f2 DG DN liefert bereits bei Offenblende beeindruckende Schärfe. Die Bildmitte zeigt knackige Details. Zu den Rändern fällt die Schärfe leicht ab, bleibt aber auf hohem Niveau.
Abgeblendet auf f2.8 verbessert sich die Randschärfe deutlich. Bei f4 bis f8 erreicht das Objektiv seine optimale Leistung über das gesamte Bildfeld. Beugungsunschärfe wird erst ab f16 sichtbar.
Bokeh-Charakteristik
Die 11 abgerundeten Blendenlamellen erzeugen ein cremiges Bokeh. Hintergründe lösen sich sanft auf. Lichtpunkte bleiben auch am Rand weitgehend rund. Das berüchtigte „Zwiebelring-Bokeh“ tritt nicht auf.
Farbwiedergabe und Kontrast
Die Farben wirken natürlich und ausgewogen. Sigma hat die Vergütung optimiert. Selbst bei Gegenlicht bleiben die Farben kräftig. Der Kontrast bleibt auch bei schwierigen Lichtverhältnissen erhalten.
Optische Fehler
Chromatische Aberrationen: Farbsäume treten kaum auf. Die SLD-Elemente korrigieren effektiv. Selbst bei kontrastreichen Kanten bleiben Farbfehler minimal.
Gegenlichtverhalten: Die Vergütung arbeitet effektiv. Lens Flares treten selten auf. Die mitgelieferte Sonnenblende verbessert das Gegenlichtverhalten zusätzlich.
Autofokus-Performance
Der Stepping-Motor arbeitet nahezu lautlos. Videos profitieren vom unhörbaren Fokusantrieb. Die Fokusgeschwindigkeit überzeugt im Alltag.
AF-Geschwindigkeit in verschiedenen Situationen:
- Tageslicht: Blitzschnell und treffsicher
- Innenräume: Immer noch sehr schnell
- Schwaches Licht: Leichtes „Pumpen“, findet aber zuverlässig
Alternativen im L-Mount System
Panasonic Lumix S 50mm f1.8
- Günstiger in der Anschaffung
- Etwas lichtstärker (f1.8 vs f2.0)
- Weniger hochwertige Verarbeitung
- Neigt nachdem was ich gesehen habe zu CA
Leica APO-Summicron-SL 50mm f2
- Deutlich teurer (6400€ vs. 600€)
- Optische Vorteile durch APO Korrektur
- Perfekte Verarbeitung
- Prestige-Faktor
- Über jeden Zweifel erhaben.
Panasonic Lumix S Pro 50mm f1.4
- Lichtstärker
- Deutlich größer und schwerer!
- Teurer (ab 1000€ gebraucht)
- Eins der vermutlich schärfsten Portätobjektive
Langzeiterfahrungen nach 12 Monaten
Nach einem Jahr intensiver Nutzung zeigen sich keine Schwächen. Das Objektiv funktioniert zuverlässig. Keine Dejustierung, kein Wackeln, keine Abnutzung.
Die Gummierung des Fokusrings zeigt keine Ermüdung. Das Bajonett sitzt fest wie am ersten Tag. Einzig musste das Objektiv einmal zu Sigma, da die Elektronik meinte: Ich gehe nicht mehr an. Sigma hat das Objektiv dann einmal mit neuer Software bespielt und seither ist der Fehler nicht mehr aufgetreten.
Die Abdichtung funktioniert. Nach Regenaufnahmen keine Feuchtigkeit im Inneren. Die Vergütung lässt sich leicht reinigen.
Fazit: Klare Empfehlung für L-Mount Fotografen
Das Sigma 50mm f2 DG DN überzeugt auf ganzer Linie. Es kombiniert hohe optische Leistung mit kompakten Abmessungen. Der Preis bleibt fair.
Stärken:
- Exzellente Bildqualität bereits bei Offenblende
- Kompakte und leichte Bauweise
- Hochwertige Verarbeitung inklusive Metall-Sonnenblende
- Schneller und leiser Autofokus
- Vielseitig einsetzbar
- Fairer Preis
Schwächen:
- Keine Fn-Taste
- Kein Fokus-Limiter
- Kein Bildstabilisator (verschmerzbar bei IBIS)
- Moderate Vignettierung bei f2
Für L-Mount Nutzer gehört das Objektiv zu den besten Optionen in der 50mm-Klasse. Es bietet 90% der Leistung des teureren f1.4 Art bei halbem Gewicht und Preis. Die Universalbrennweite macht es zum idealen Immerdrauf-Objektiv.
Wer maximale Lichtstärke braucht, greift zum f1.4. Alle anderen fahren mit dem f2 besser. Die gesparten 500 Euro investiert man sinnvoller in ein zweites Objektiv oder Zubehör.
Das Sigma 50mm f2 DG DN beweist: Contemporary bedeutet keine Kompromisse bei der Bildqualität. Sigma hat hier ein rundum gelungenes Objektiv geschaffen.